Gut für die Psyche: Natur und natürliche Materialien
Die Natur – also beispielsweise das Gärtnern oder durch Wälder wandern – ist nicht nur für den Körper gut, sondern kann auch helfen, psychische Erkrankungen vorzubeugen oder diese zu behandeln. Man sagt, dass der Naturkontakt Stress reduziert sowie die Stimmung hebt. Außerdem soll er das Risiko von Depressionen reduzieren, unsere Aufmerksamkeit erhöhen und er soll auch bei Burn-Out oder anderen stressbedingten Krankheiten sowie bei Angsterkrankungen helfen können.
Alltägliche Natur zählt genauso
Ist von der Natur die Rede, geht es dabei nicht nur um die großartige, intakte Natur (z. B. Naturschutzgebiete, Nationalparks usw.). Auch die ganz alltägliche Natur, die wir tagtäglich um uns herum erfahren, ist damit gemeint.
Aber nicht nur der Natur, sondern ebenso auch natürlichen Materialien wie Holz oder Bambus sagt man eine beruhigende Wirkung auf viele Menschen nach. Das kann mehrere, einfache Gründe haben:
Materialien bieten eine Nähe zur Natur
Weil sich Menschen von Natur aus zur Natur hingezogen fühlen, erinnern uns Materialien wie zum Beispiel Holz, Stein oder Bambus an Wälder, Erde oder Pflanzen. Diese Verbindung kann Stress senken und das Wohlbefinden fördern.
Angenehme Sinneseindrücke und ein besseres Raumklima durch natürliche Materialien
Holz oder auch Bambus wirken und fühlen sich warm an, im Gegensatz zu kaltem Metall oder Kunststoffen. Ebenso wirkt ihre natürliche Maserung für die meisten Menschen „lebendig" fürs Auge. Das Gehirn reagiert darauf positiv. Deshalb werden in Räumen gerne Möbel aus Holz, Holzparkett oder auch Bambusparkett und Möbel aus Bambus eingesetzt. Holz und Bambus können dazu Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Es ist deshalb möglich, dass die Luftqualität angenehmer bleibt, was sich indirekt auf die Stimmung auswirken kann.
Weniger Schadstoffe dank natürlicher Materialien
Meist enthalten natürliche Materialien weniger bis keine Schadstoffe (abhängig davon, ob sie unbehandelt und gut verarbeitet sind). Das sorgt für eine gesündere Umgebung, was sich ebenfalls mental bemerkbar machen kann.
Ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit durch Naturmaterialien
Die meist warmen Farben sowie die natürlichen Strukturen vermitteln vielen Menschen eine Form von Ruhe, Geborgenheit, Sicherheit und Stabilität. So werden Räume mit viel Naturmaterialien häufig als gemütlicher und entspannender wahrgenommen.
Welche Naturmaterialien können eine ähnliche Wirkung haben?
- Stein/Naturstein (z. B. Natursteinböden), weil er beständig, erdend und stabil wirkt.
- Leinen und Baumwolle, weil diese Materialien sich weich und angenehm anfühlen und beruhigend wirken können.
- Kork, weil dieser warm, elastisch sowie schalldämmend ist und so gut für eine ruhige Atmosphäre sorgen kann.
- Wolle, weil sie für Wärme und Gemütlichkeit sorgt.
- Ton und Keramik, weil die natürliche Optik häufig mit einer ruhigen Ausstrahlung in Verbindung gebracht wird.
Fazit: Natur und Naturmaterialien als sanfte Unterstützung für die Psyche
Natürliche Materialien sprechen – sehr ähnlich wie die Natur selbst – unsere Sinne auf eine sanfte, vertraute Weise an. Sie können eine Umgebung schaffen, die nicht künstlich wirkt. Genau das hilft der Psyche, sich entspannen zu können. Es ist sogar durchaus möglich, dass die Natur und auch Naturmaterialien sich bei stressbedingten Burnout-Symptomen in einem frühzeitigen Stadium positiv auswirken können.
Auch ist die Rede davon, dass Städte ein Risikofaktor für die psychische Gesundheit sein können. So soll die Gefahr für depressive Erkrankungen in der Stadt eineinhalb mal höher als auf dem Land sein.
Wie viel Natur ist genug?
Gemäß einer Studie soll die Stressregulation im Gehirn davon abhängen, wie viel Grünfläche es um das eigene Zuhause herum gibt. Das bedeutet: umso mehr Natur und Grün, umso größer wäre dann auch die Stressresilienz.
Foto von joff16 auf Pixabay